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Ein entscheidender Termin bei meinem Doc. Ich gehe mit klopfendem Herzen und mit vielen Gedanken im Kopf zu ihm. Schon im Auto muss ich über alles Mögliche und Unmögliche nachdenken. Heute wird es soweit sein: Medistart. Ich werde ab sofort Medikamente nehmen müssen.

Um diesen Tag habe ich mich in den letzen Monaten herumgedrückt. Ich wollte es nicht. Und ich will es heute noch immer nicht: Medikamente nehmen. Ab heute. Morgen auch. Und dann immer wieder. Bis ans Ende.

Doch bleiben wir mal sachlich. Schon seit einigen Monaten hat mir mein Hausarzt angekündigt, dass bei mir der Start der Behandlung mit Medikamenten angezeigt ist. Er begründet es wie folgt. Die HIV Infektion ist ein permanenter Entzündungsprozess im Körper. Der Körper ist ständig am Kämpfen gegen das Virus. Medizinische Untersuchungen an HIV-Infizierten vor einigen Jahren haben gezeigt, dass hierdurch die Lymphzellen irreparabel geschädigt werden und so zu stetig schlechteren Blutwerten beitragen.

Außerdem ist er der Meinung, nicht zu lange abzuwarten, bis die Blutwerte extrem „im Keller“ sind; sie wieder hochzupushen, ist extrem schwierig, wenn nicht so gar unmöglich. Es ist nach seiner Meinung besser, jetzt mit der Medikamentation zu beginnen, wenn die Blutwerte noch relativ hoch sind.

Diese Argumente habe ich nun schon mehrfach von ihm gehört. Er hat sie mir schon mehrmals vorgetragen. Offenbar erzählt er diese Argumente und die Geschichte von den aus der Hüfte und den Armen entnommenen Lymphzellen immer wieder gerne seinen Patienten. Unter dem Stricht leuchten mir seine Argumente aber ein. Das ist ja auch der Grund dafür, warum ich mich heute auf den Weg zu ihm gemacht habe. Ich habe den festen Vorsatz, mit einem Rezept auf die Medikamente nach Hause zu gehen.

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