In einem  neuen Weblog haben ich genau die Gedanken wiedergefunden, die auch ich in mir trage. Es geht um den Widerspruch zwischen aktueller heutiger medizinischer Realität rund um die HIV-Infektion sowie der falschen öffentlichen Wahrnehmung.

Die öffentliche Wahrnehmung des Durchschnittsbürgers von HIV ist nach meiner Meinung noch immer geprägt durch überholte Bilder.

Ich glaube, dass die überwiegende Mehrheit HIV mit AIDS-Erkrankung gleichsestzt und den grausamen qualvollen Tod als unvermeidliches Ende ansieht.

Theres Frair, 1992 - United Colors of Benetton

Sterbender AIDS Kranker

Typische Bilder dafür sind die damalige Benetton-Werbung (Foto: Therese Frair, 1992)

 

Doch inzwischen ist die HIV-Infektion etwas ganz anderes geworden. Zum Glück werde ich nicht mehr qualvoll sterben, ohne dass es eine Chance auf Medikation gibt.

So schreibt vicky65 in ihrem Blog:

Die Infektion selber ist kontrolliert durch Medikamente, d.h. der Status ist unter der Nachweisgrenze und somit nicht ansteckbar für andere. Dies wissen nur die Wenigsten. Das Thema ist nach wie vor ein großes Tabu in Deutschland und das Interesse an Informationen entsprechend gering. Ich würde mich gerne outen und offen darüber sprechen können. Jedoch wäre dann mein Leben und auch das meiner Kinder ruiniert. Somit ist das Hauptproblem bei dieser Erkrankung wirklich die Stigmatisierung durch die Öffentlichkeit. Die Tabletten sind gut verträglich, ich sehe nicht anders aus, ich bin nicht öfter krank als andere. Die Zeiten von „Philadelphia“ und Freddy Mercury sind lange vorbei. Mein Aufruf deshalb: Leute informiert euch und verliert eure Panik! Es ist keine Seuche sondern ein Virus, der sehr gut im Schach gehalten werden kann. Wir stinken nicht, wir haben keinen Eiter im Gesicht, haben keine Durchfallattacken oder sind sonst irgendwie eklig! Ich will nicht ständig lügen müssen, wenn ich meine Tabletten nehme und ich will auch keinen Abscheu erregen oder Angst davor haben, dass sich jemand aufgrund dessen vor mir zurückzieht.

Genau an dieser Änderung der öffentlichen Meinung müssen wir arbeiten.

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