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Eine schöne und lustige Geburtstagsfeier

Eine schöne und lustige Geburtstagsfeier

Ich war am Abend zur Geburtstagsfeier eingeladen . In der Verwandtschaft gab es einen 40. Geburtstag zu feiern. Also: hin und mitfeiern.

Es war eine recht schöne Feier: nicht zu spießig, teilweise mit alten bekannten Gesichtern, aber auch einigen neuen.

Das Essen war sehr lecker. Ich habe viel zu viel davon gegessen und getrunken: Aperol Spritzz – eingelegte Paprika – Tomaten mit Fetakäse – Krustenbraten – Kaffee und Kuchen.
Puh – mein Magen ist voll und ich fühle mich trotzdem gut. Ab und zu darf (und muss) das sein.

Meine Medikamente hatte ich am frühen Abend rechtzeitig vor dem Büffett eingenommen. Die sind wohl gut ins Blut rein.

Wenn ich in die Runde schaue, dann sehe ich die anderen, die Familie haben. Kleine Kinder tollen durch die Räume und haben Spaß. Ich habe keine Kinder. Das ist ein Tabuthema für mich. Ich mag darüber gar nicht groß nachdenken, denn Kinder sind bei mir nunmal nicht drin. Mein Leben ist bis jetzt anders verlaufen.

Ich bekomme mit, wenn getuschelt wird. Es ist auch völlig normal, wenn zum Beispiel eine der weiblichen Gäste beim Gastgeber nachfragt, wer ich denn bin. Sicher bekam sie die Antwort: „Ja klar, das ist ein ganz netter Typ. Aber der ist schwul.“
Reaktion: „Ach so. Ja – na, dann.“ Schweigen.
Heute ist es nicht mehr schlimm, wenn man schwul ist und auf einer Party dabei ist. Alle sind so aufgeklärt, dass dies kein Skandal mehr wert ist. Das ist auch schön.
Aber dennoch ist da diese Barriere, wenn das jemand mitbekommt. Ich vermisse, dass die andere Person mich anspricht. So etwas kam bis jetzt noch nicht vor.
Immer war dann der Part an mir, auf die andere Person zuzugehen.

Nicht auszudenken wäre es, wenn auch noch bekannt wäre, dass ich HIV-positiv bin. Dann wären die Reaktionen – nach meiner Einschätzung – noch andere, als die nach dem „einfachen“ Schwulsein.
Heute könnte ich das nicht aushalten, wenn ich in einer Verwandtschaftsgesellschaft im HIV-Rampenlicht stehen müsste. Wenn ich stillschweigend als „der HIV-Positive“ dort stehen müsste – und die Blicke und das Getuschel von den anderen ertragen müsste.
Das würde ich nicht aushalten. Vielleicht irgendwann einmal, aber jetzt noch nicht.

Und da alle nur wissen, dass ich schwul bin, war es eine schöne Geburtstagsfeier.

Danke fürs Bild: http://www.brueckenschlag-ukraine.de/main5086-besuch-studenten.htm

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