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Keine Angst vor Körperkontakt

Keine Angst vor Körperkontakt

Gibt es Auswirkungen der antiretroviralen Therapie auf die Stigmatisierung von Menschen mit HIV? Stimmt die Behauptung, dass verminderte Infektiosität von behandelten Menschen mit HIV zu einer Entstigmatisierung führen kann?

Im Blog der Deutschen Aids Hilfe habe ich heute dazu einen interessanten Artikel gelesen.

Jochen Drewes ging diesen Fragen in seiner Dissertation nach. Hier die wichtigsten Aussagen von ihm.

Die Höhe der Viruslast wirkt sich tatsächlich auf die Stigmatisierung aus, und zwar wie vermutet: Wenn ich eine niedrige Viruslast habe und die Menschen wissen, dass das mit einer entsprechend niedrigen Infektiosität verbunden ist, verringert sich auch die Stigmatisierung.

 

Auch in der Schwulenszene ist das Wissen um die stark verminderte Infektiosität noch nicht angekommen. Mit HIV ist eben immer noch das Dramatische und Außergewöhnliche der Aids-Zeit verbunden. Dies herrscht auch in der Berichterstattung weiter vor. Könnte man HIV entdramatisieren, ließe sich auch diese emotionale Komponente reduzieren.

 

Es muss kommuniziert werden, dass behandelte HIV-Positive kaum mehr infektiös sind, dass HIV durch den medizinischen Fortschritt seinen alten Schrecken weitgehend verloren hat. Je besser das Wissen darüber ist, desto mehr sinkt die Stigmatisierungsbereitschaft.

Jochen Drewes ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich Public Health der Freien Universität Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind die psychosozialen Aspekte von HIV und Aids, Prävention und sexuelle Gesundheit.

Hier ist die Publikationsliste vom Autor: http://www.ewi-psy.fu-berlin.de/einrichtungen/arbeitsbereiche/ppg/mitarbeiter/jdrewes/publikationen/index.html

 

Danke für’s Bild an die Berliner Zeitung

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